Bild-Werkzeuge5 Min. Lesezeit
Standort im Foto: Metadaten vor dem Teilen entfernen
Welche Angaben ein Foto neben dem Bild enthalten kann, wie man den Aufnahmeort sieht und entfernt, und warum das Motiv trotzdem etwas verraten kann.

Eine Familie in Uster verkauft einen Kinderwagen. Die Mutter fotografiert ihn im Wohnzimmer, stellt drei Bilder in ein Inserat und schickt zwei weitere einer Interessentin per E-Mail. Auf den Bildern ist nur der Kinderwagen zu sehen. In den Dateien steht mehr: das Datum, das Telefonmodell und, als Koordinaten, wo das Wohnzimmer liegt.
Das ist kein Fehler des Telefons. Es ist eine Funktion, die viele Menschen schätzen, weil sich Fotos später nach Ort durchsuchen lassen. Beim Teilen mit Fremden lohnt es sich aber zu wissen, dass sie existiert — und wie man sie abschaltet.
Was in einem Foto steckt
Die meisten Kameras und Telefone schreiben Zusatzangaben in jede Bilddatei. Das verbreitete Format dafür heisst Exif, ein Standard der japanischen Kamera- und Bildindustrie-Vereinigung CIPA; die aktuelle Fassung trägt die Versionsnummer 3.1. Microsoft erwähnt in seiner Dokumentation zum HEIF-Format, dass Bilder Exif- oder XMP-Metadaten enthalten können, aus denen sich etwa das Kameramodell ablesen lässt.
Den Aufnahmeort beschreibt Apple genauer: Wenn die Ortungsdienste für die App «Kamera» aktiviert sind, werden Informationen aus dem Mobilfunknetz, dem WLAN, GPS und Bluetooth verwendet, um den Standort zu bestimmen. Diese Koordinaten werden in jedes Foto und Video eingebettet.
Typische Angaben in einem Handyfoto:
| Angabe | Beispiel | Warum sie da ist |
|---|---|---|
| Aufnahmezeitpunkt | 14.06.2026, 17:42 | Sortieren nach Datum |
| Gerät | Telefonmodell, Objektiv | Technische Angaben zur Aufnahme |
| Aufnahmeort | Koordinaten des Aufnahmeorts | Suche nach Ort, Kartenansicht |
| Belichtung | Blende, Verschlusszeit, ISO | Fotografische Angaben |
Wann das eine Rolle spielt
Apple formuliert es nüchtern: Wer Fotos mit Standortmetadaten teilt, ermöglicht den Empfängern möglicherweise, auf diese Daten zuzugreifen und zu erfahren, wo die Fotos aufgenommen wurden.
Für die meisten Bilder ist das unerheblich. Das Foto vom Gipfelkreuz verrät einen Ort, den ohnehin jeder kennt. Anders ist es bei Bildern, die zu Hause entstehen und an Unbekannte gehen: Inserate, Fotos für Vermietungsplattformen, Bilder in Foren, Fotos von Kindern. Und für Betriebe bei Bildern, die Mitarbeitende von zu Hause aus aufnehmen, etwa für Social Media.
So sehen Sie nach
Auf dem iPhone oder iPad. Apple beschreibt: in der App «Fotos» ein Foto öffnen und nach oben streichen oder auf die Info-Taste tippen. Unter «Sammlungen» zeigt die Karte alle Bilder, die Standortinformationen enthalten.
Auf dem Mac. In der App «Fotos» die Bilder auswählen und die Informationen öffnen.
In Google Fotos. Laut Google zeigt die Info-Ansicht eines Fotos den Aufnahmeort. Google unterscheidet dabei zwischen Standorten, die die Kamera gespeichert hat, und ungefähren Standorten, die Google Fotos selbst anhand markanter Orte auf anderen Fotos ermittelt.
Entfernen und verhindern
Apple nennt drei Wege, je nachdem, was man erreichen möchte.
Für ein bestehendes Foto. Auf dem iPhone das Foto öffnen, die Info aufrufen, «Ort anpassen» und dann «Kein Standort» wählen. Auf dem Mac: «Bild» › «Standort» › «Standort ausblenden».
Nur beim Teilen. Beim Teilen aus der App «Fotos» auf «Optionen» tippen und «Standort» deaktivieren. Das Foto in der eigenen Mediathek behält seinen Ort, die geteilte Kopie nicht.
Für künftige Fotos. Unter «Einstellungen» › «Datenschutz & Sicherheit» › «Ortungsdienste» › «Kamera» die Option «Nie» wählen. Dann werden gar keine Standortmetadaten mehr erfasst.
Was das Motiv trotzdem verrät
Metadaten sind nur ein Teil. Google hält in seiner Hilfe fest, dass sich ein Standort auch dann am Motiv erkennen lassen kann, wenn man festgelegt hat, dass andere ihn nicht sehen — etwa an einer Sehenswürdigkeit im Hintergrund.
Für das Inserat aus Uster heisst das: Der Blick aus dem Fenster auf eine markante Kirche, das Hausnummernschild an der Tür oder ein adressierter Brief auf der Kommode verraten mehr als jede Koordinate. Ein Blick auf den Bildausschnitt vor dem Hochladen ist deshalb so wichtig wie der Blick in die Metadaten. Ein enger Zuschnitt auf den Gegenstand löst beides zugleich.
Was beim Bearbeiten mit den Metadaten geschieht
Zuschneiden, Drehen, Verkleinern oder Umwandeln verändern das Bild. Ob die Metadaten dabei erhalten bleiben, hängt vom Programm ab: Manche übernehmen sie in die neue Datei, manche lassen sie weg, manche fragen. Wer sich nicht sicher ist, sieht nach dem Bearbeiten erneut in die Informationen der Datei.
Dasselbe gilt für den Weg, auf dem ein Foto verschickt wird. Apple beschreibt für die App «Fotos» einen eigenen Schalter beim Teilen; Google weist darauf hin, dass die Einstellungen in Google Fotos nicht gelten, wenn ein Foto heruntergeladen und anders verschickt wird. Die Faustregel: Die Einstellung gilt für den Weg, in dem sie gemacht wurde, nicht für jeden anderen.
Für Betriebe
Auch Betriebe teilen täglich Fotos: Produktbilder, Referenzobjekte, Bilder vom Team. Einige Situationen verdienen besondere Aufmerksamkeit:
- Referenzfotos bei Kunden. Ein Handwerksbetrieb, der eine renovierte Küche auf der Website zeigt, zeigt mit den Koordinaten auch das Haus der Kundschaft.
- Fotos aus dem Homeoffice. Wer für den Firmenauftritt zu Hause fotografiert, gibt unter Umständen die eigene Adresse weiter.
- Fotos von Mitarbeitenden. Hier geht es neben dem Ort um die Person selbst; das ist ein eigenes Thema mit eigenen Regeln.
- Vereine, Kitas, Schulen. Wo Kinder oder Mitglieder abgebildet sind, kommt zur Frage nach dem Ort die nach der Person. Der EDÖB hält für Vereine fest, dass es für Fotos die Einwilligung der betroffenen Personen braucht und dass diese jederzeit widerrufen werden kann. Ein Foto vom Lager, das ohne Standort, aber mit erkennbaren Kindern online geht, hat die wichtigere Frage noch nicht beantwortet.
Eine einfache Gewohnheit — Standort beim Teilen deaktivieren oder Metadaten vor dem Hochladen entfernen — löst den ersten Punkt fast vollständig.
Kurz zusammengefasst
Für die Familie in Uster reichen zwei Handgriffe: beim Teilen der Inseratbilder den Standort ausschalten und den Bildausschnitt so wählen, dass nur der Kinderwagen zu sehen ist.
Die Bild-Werkzeuge, die wir entwickeln, werden vor dem Herunterladen anzeigen, welche Metadaten ein Bild enthält — Aufnahmeort, Datum, Kamera — und sie auf Wunsch entfernen. Verarbeiten wird die App in der Schweiz, im Arbeitsspeicher, ohne ein Bild zu speichern; für private Aufnahmen wird ein vertraulicher Modus ausgewählte Arbeiten direkt auf dem eigenen Gerät erledigen.
Quellen
- 1.Apple Support: Standortmetadaten in der App «Fotos» verwalten (geprüft am 25. September 2026)
- 2.Google Fotos-Hilfe: Standorte bei Fotos (geprüft am 25. September 2026)
- 3.EDÖB: Datenschutz in Vereinen (geprüft am 25. September 2026)
- 4.CIPA: Standards (DC-008, Exif Version 3.1) (geprüft am 25. September 2026)
- 5.Microsoft Learn: HEIF-Erweiterungscodec (geprüft am 25. September 2026)
Beim Start informiert werden
Diese Idee ist noch in Planung. Tragen Sie sich ein, und wir informieren Sie einmalig, wenn daraus eine App wird. Die Eintragung ist unverbindlich – kein Newsletter, keine Werbung.
Zur Idee