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Bild-Werkzeuge6 Min. Lesezeit

HEIC in JPG umwandeln: das iPhone-Fotoformat erklärt

Warum iPhones Fotos als HEIC speichern, weshalb sich solche Dateien nicht überall öffnen lassen und wie man sie in JPG oder PNG umwandelt.

Titelbild auf blauem Grund: «HEIC in JPG umwandeln». Darunter dasselbe Foto zweimal, als IMG_4812 im Format HEIC und, nach einem Pfeil, im Format JPG, mit dem Hinweis «Öffnet sich überall».

Ein Maler in Luzern fotografiert nach jedem Auftrag die fertige Wand, den Zustand vorher und die Rechnung des Farbenlieferanten. Die Fotos schickt er seiner Buchhalterin. Sie arbeitet an einem Windows-Computer, und ein Teil der Dateien lässt sich dort nicht öffnen. Die Dateien heissen IMG_4812.HEIC.

Das Format ist nicht exotisch. Es ist das, was neuere iPhones standardmässig speichern. Dass es sich nicht überall öffnen lässt, hat mit Codecs, Lizenzen und dem Web zu tun — und lässt sich lösen.

Was HEIC ist

Apple unterstützt seit iOS 11 und macOS High Sierra zwei Medienformate, die Apple als Branchenstandard bezeichnet: HEIF (High Efficiency Image File Format) für Fotos und HEVC (High Efficiency Video Coding, auch H.265) für Videos. Laut Apple bieten HEIF und HEVC eine bessere Kompression als JPEG und H.264; die Dateien brauchen bei gleicher optischer Qualität weniger Speicherplatz.

Microsoft beschreibt in seiner Dokumentation zum HEIF-Codec den Aufbau genauer: HEIF ist ein Container, ähnlich wie TIFF, der verschiedene Komprimierungsmethoden verwenden kann. Die Standardmethode ist HEVC, und solche Dateien tragen in der Regel die Endung .heic. Wird stattdessen der Codec AV1 verwendet, heisst die Datei in der Regel .avif.

HEIC ist also, genau genommen, ein HEIF-Bild mit HEVC-Kompression. Im Alltag werden die Begriffe oft vermischt.

Welche Geräte HEIC speichern

Apple nennt die Geräte, die Fotos im HEIF-Format aufnehmen können, darunter das iPhone 7 und neuere Modelle sowie neuere iPads. Auf Macs mit macOS Tahoe 26 werden laut Apple auch Bildschirmfotos im HEIF-Format gespeichert, wenn in der Bildschirmfoto-App das Aufnahmeformat HDR eingestellt ist. HEIC ist damit längst nicht mehr nur ein Thema der Kamera.

Format Kompression Typische Verwendung
HEIC verlustbehaftet, laut Apple effizienter als JPEG Fotos auf iPhone und iPad
JPG verlustbehaftet Fotos, fast überall lesbar
PNG verlustfrei Grafiken, Bildschirmfotos, Transparenz
WebP verlustbehaftet oder verlustfrei Bilder auf Websites

Die Angaben zu JPG, PNG und WebP stammen aus dem Leitfaden von MDN, der JPEG als derzeit beliebtestes Format für verlustbehaftete Standbilder beschreibt und PNG empfiehlt, wo eine genauere Wiedergabe oder Transparenz nötig ist.

Warum sich HEIC nicht überall öffnet

Unter Windows. Microsoft verweist für HEIF auf die «HEIF-Bilderweiterung» aus dem Microsoft Store. Für HEIC-Dateien braucht es zusätzlich den HEVC-Codec, und Microsoft hält fest, dass die Codecs HEVC und AV1 möglicherweise nicht auf allen PCs verfügbar sind. Genau das erlebt die Buchhalterin in Luzern: Ohne diese Erweiterungen zeigt ihr Computer die Datei nicht an.

Im Web. Der Leitfaden von MDN zu Bildformaten nennt als die im Web am häufigsten verwendeten Formate APNG, AVIF, GIF, JPEG, PNG, SVG und WebP. HEIC gehört nicht dazu. Wer ein iPhone-Foto auf eine Website stellen möchte, braucht deshalb meist ein anderes Format.

In Portalen und Formularen. Viele Online-Formulare nehmen nur bestimmte Formate an. Die Steuerverwaltung des Kantons Bern etwa nennt für den Beleg-Upload PDF, PNG und JPG. Ein HEIC-Foto muss dort zuerst umgewandelt werden.

Wann das iPhone selbst umwandelt

Nicht jedes iPhone-Foto kommt beim Empfänger als HEIC an. Apple beschreibt mehrere Fälle, in denen automatisch umgewandelt wird:

  • Beim Teilen über AirDrop, Nachrichten oder E-Mail werden die Medien möglicherweise in einem kompatibleren Format wie JPEG geteilt, wenn das empfangende Gerät das neuere Format nicht unterstützt.
  • Beim Import über USB auf einen PC können die Medien in JPEG umgewandelt werden. Wer das nicht möchte, stellt auf dem iPhone unter «Einstellungen» › «Apps» › «Fotos» die Option «Originale behalten» ein.
  • Beim Teilen über iCloud-Fotos bleibt das Originalformat erhalten.

Das erklärt, warum dieselbe Person mal HEIC-, mal JPG-Dateien verschickt: Es hängt vom Weg ab, nicht vom Foto.

Umwandeln: drei Wege

Auf dem Mac. Apple beschreibt, ein HEIF-Bild in «Fotos» oder in der Vorschau zu öffnen, «Datei» › «Exportieren» zu wählen und vor dem Sichern ein Format wie JPEG oder PNG auszuwählen. Die Vorschau unterstützt laut ihrem Benutzerhandbuch unter anderem HEIC, JPEG, PNG, TIFF und PDF.

Auf dem iPhone, für künftige Fotos. Unter «Einstellungen» › «Kamera» › «Formate» lässt sich «Maximale Kompatibilität» wählen. Neue Fotos werden dann laut Apple im JPEG-Format gespeichert. Der Preis ist mehr Speicherplatz pro Foto; zurück geht es mit «High Efficiency».

Unter Windows. Mit der HEIF-Bilderweiterung und dem HEVC-Codec lassen sich HEIC-Dateien öffnen und aus einer Bild-App in ein anderes Format speichern.

Und die Videos?

Was für Fotos HEIF ist, ist für Videos HEVC. Auch hier beschreibt Apple, wie man auf dem Mac umwandelt: das Video im QuickTime Player öffnen, «Datei» › «Exportieren als» wählen und im Dialog von «Geringere Dateigrösse (HEVC)» auf «Grössere Kompatibilität (H.264)» wechseln. Laut Apple sind Auflösungen bis 1080p und Bildraten bis 60 fps mit älteren Geräten weitgehend kompatibel; wer Videos weitergibt, die überall laufen sollen, kann die Aufnahme auf dem iPhone entsprechend einstellen.

Was beim Umwandeln mitkommt

Ein Foto enthält mehr als Bildpunkte. Microsoft erwähnt in seiner Dokumentation, dass HEIF-Bilder Exif- oder XMP-Metadaten enthalten können, aus denen sich etwa das Kameramodell ablesen lässt. Zu diesen Angaben gehören bei vielen Fotos auch das Aufnahmedatum und, wenn die Ortung eingeschaltet war, der Aufnahmeort.

Ob solche Metadaten beim Umwandeln in JPG erhalten bleiben, hängt vom Programm ab. Für die Buchhalterin spielt der Aufnahmeort der Rechnung keine Rolle. Für ein Foto, das auf einer Website oder in einem Inserat landet, kann er eine grössere Rolle spielen, als man denkt — vor allem, wenn es zu Hause aufgenommen wurde.

Verliert ein Foto beim Umwandeln an Qualität?

HEIC und JPG sind beide verlustbehaftet: Beim Speichern werden Bildinformationen weggelassen, die das Auge kaum vermisst. Eine Umwandlung von HEIC in JPG rechnet das Bild deshalb neu. Bei einer hohen Qualitätseinstellung ist der Unterschied in der Regel kaum zu sehen; die Datei wird dafür oft grösser als das HEIC-Original, weil JPG weniger effizient komprimiert.

Anders ist es bei PNG. Weil PNG verlustfrei speichert, bleibt beim Umwandeln alles erhalten, was im HEIC-Bild war — mit dem Ergebnis, dass PNG-Dateien von Fotos sehr gross werden können. Für Fotos ist PNG deshalb selten die beste Wahl, für Bildschirmfotos mit Text dagegen oft schon.

Für den Alltag

Für den Maler und seine Buchhalterin gibt es zwei einfache Wege: Entweder stellt er auf dem iPhone «Maximale Kompatibilität» ein, oder die Fotos werden vor dem Versand in JPG umgewandelt. Beides funktioniert. Wichtig ist, dass beide wissen, welcher Weg gilt.

Die Bild-Werkzeuge, die wir entwickeln, werden JPG, PNG, WebP und HEIC ineinander umwandeln und vor dem Herunterladen anzeigen, welche Metadaten ein Bild enthält — und diese auf Wunsch entfernen. Verarbeiten wird die App in der Schweiz, im Arbeitsspeicher, ohne dass ein Bild gespeichert bleibt.

Quellen

  1. 1.Apple Support: HEIF- oder HEVC-Medien auf Apple-Geräten verwenden (geprüft am 25. September 2026)
  2. 2.Apple Support: Vorschau – Benutzerhandbuch für den Mac (geprüft am 25. September 2026)
  3. 3.Microsoft Learn: HEIF-Erweiterungscodec (geprüft am 25. September 2026)
  4. 4.MDN: Leitfaden zu Bilddateitypen und -formaten (geprüft am 25. September 2026)
  5. 5.Kanton Bern, Steuerverwaltung: Antworten zu BE-Login (geprüft am 25. September 2026)

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